Liebenswürdige »Kräuterfee«: mit Michaela der Nase nach staunend den Hotelgarten erkunden, Foto: Margit Offer
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Liebenswürdige »Kräuterfee«: mit Michaela der Nase nach staunend den Hotelgarten erkunden

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Egal, ob auf der Westterasse vor dem Wintergarten, im östlichen Teil mit Bachlauf und verschlungenen Wegen oder auf dem begrünten Dach der Tennishalle – der Garten im Kaysers zeigt sich vielfältig und immer von seiner schönsten Seite. Wer sich gerne im Grünen mit einem guten Buch beschäftigt oder einfach vor dem Hintergrund von geschäftig summenden Bienen, freudetaumelnden Schmetterlingen oder geschwätzigen Vögeln den Gedanken freien Lauf lässt, ist hier genau richtig. Dass man aber bei einem Rundgang durch den blühenden Park auch einiges entdecken kann, lernen wir von Vitaltrainerin Michaela.

Michaela braucht ihre Kräuter zum Würzen und Kochen, isst sie aber auch gerne mal roh oder stellt für den Hausgebrauch Tinkturen, Öle, Cremen und Tees her. Foto: Margit Offer

Michaela braucht ihre Kräuter zum Würzen und Kochen, isst sie aber auch gerne mal roh oder stellt für den Hausgebrauch Tinkturen, Öle, Cremen und Tees her. Foto: Margit Offer

Die kräuterkundige Ernährungsberaterin lädt die Hotelgäste einmal wöchentlich zu einer Kräuterwanderung ein: „Manchmal wird es halt nur ein Kräuterspaziergang, weil wir eben schon im Hotelgarten so vieles zu entdecken haben, dass wir gar nicht über den Gartenzaun hinaus kommen,“ schmunzelt Michaela. Vor einem Jahr hat sie zusätzlich einen eigenen Kräutergarten angelegt, in dem ca. 40 verschiedene Wildkräuter und klassische Küchenkräuter gedeihen. „Ich interessiere mich schon seit 25 Jahren für Kräuter, habe bei der Kräuterbäurin Gertrude Messner (Anm. aus dem Tiroler Unterland, genauer gesagt aus Brandenberg) viel Wissenswertes gelernt und Vorträge und Schulungen besucht. Aber bei der Vielfalt lernt man nie aus, es gibt ja immerhin schon allein über 600 verschiedene Wildkräuter!“ Michaela selber nutzt die ganze Palette, die Kräuter zu bieten haben: „Ich benutze sie zum Würzen beim Kochen, esse sie aber auch roh, stelle für den Hausgebrauch Tinkturen, Öle, Cremen und Tees her. Denn nicht umsonst heißt es: Gegen jedes Unbill bzw. Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen.“ Der Kräutergarten soll Gäste animieren, auch selbst einmal ein Kraut abzuzupfen und Geruch und Geschmack zu erkunden. „Es geht zwar auch darum, dass man mit der Natur sorgfältig umgeht, ich frage die Pflanzen jedesmal, wenn ich mir etwas nehme. Und in der freien Natur soll man auch nicht wahllos Kräuter sammeln, sondern nur das nehmen, was man benötigt und immer schauen, dass auch genügend stehen bleibt, damit die Pflanze wieder an diesem Platz weiterwachsen kann.“ Den Kräutergarten hat sie nach verschiedenen Kriterien gestaltet: „Grundsätzlich muss man wissen, dass unsere heimischen Kräuter eigentlich sehr robust sind. Sie benötigen weder eine besondere Erde noch einen Dünger, sie lieben steinige Böden mit etwas Sandanteil und verkraften auch ein paar trockene und heiße Tage im Sommer ohne gegossen zu werden.“ Nur die Küchenkräuter wie Petersilie oder Basilikum brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit und sind kälteempfindlicher. „Den Basilikum lieben leider auch die Schnecken sehr“, lacht Michaela, die den gierigen Plagegeistern auch »biologisch« zu Leibe rückt, indem sie sie einsammelt und an anderer Stelle („weit, weit weg“) wieder aussetzt. Angeordnet werden sie nach der Höhe (der niedrige Thymian muss vor dem Origano gepflanzt werden, sonst bekommt er zu wenig Sonne) oder nach der Optik (ein paar Kamillenstauden da und dort bringen ein paar Blüten ins Beet). Auch die Nachbarschaft spielt dabei eine Rolle: „Petersilie und Schnittlauch mögen sich zum Bespiel nicht.“ Eingefasst ist das etwa 35 m2 große Kräuterbeet im östlichen Teil des Hotelgartens mit großen Steinen: „Sie speichern die Wärme und geben sie abends oder in der Nacht an die Kräuter ab, das lohnen sie mit besserem und dichtem Wachstum.“ Auch das begrünte Dach der Tennishalle vom Hotel Kaysers ist ein wahrer – in diesem Fall zufälliger – Kräutergarten. „Hier wird nur zwei Mal im Jahr gemäht und wie auch im Hotelgarten kommen keinerlei Pestizide zum Einsatz. Da findet man wirklich besondere Tiroler Kräuter.“

Zum Abschluss noch einige Tipps und Tricks von Michaela von Kräutern, die alle rund um das Hotel Kaysers zu finden sind, weitere Informationen gerne persönlich von der »Kräuterfee« bei einer Kräuterwanderung:

• Mit Spitzwegerich kann man gegen den Husten vorgehen: Stücke von einigen Zentimetern abschneiden, schichtweise mit Rohrzucker in ein Marmeldenglas schichten, verschließen. Nach drei Monaten den Brei durch ein Geschirrtuch filtrieren, fertig ist der Hustensirup. Auch bei Insektenstichen bringt er rasche Linderung: Blätter kauen und auf den Stich geben – die Schwellung und das Jucken verschwinden.

• Auch der Thymian ist wohltuend bei Problemen mit dem Hals und in vielen Hustentees enthalten: „Man kann ihn einfach kauen, das hilft auch bei Mundgeruch.“

• Die Gundelrebe als Tee genossen, kapselt Schwermetalle ein, die man dann über den Urin ausscheidet

• Ein wahrer Mineral- und Vitaminspender ist der Löwenzahn: „Man kann sowohl den Stengel als auch Blüten und Blätter verzehren. Ich hacke die Blätter und gebe sie mit zerkleinertem Liebstöckl (Maggikraut) und Schnittlauch auf ein Butterbrot, ein bisschen Bärlauchsalz obenauf – schmeckt vorzüglich!“

• Auch bei der Schafgarbe sind Blüten und Blätter genießbar: „Ich trockne und pulverisiere sie. Im Winter streue ich die Schafgarbe dann über den Salat z.B. und unterstütze so mein Verdauungssystem (Anm. Schafgarbe heißt so, weil sie die Schafe gern essen, um besser zu verdauen), außerdem hat die Schafgarbe alle zwölf Schüsslersalze in sich, ein wahre Wunderpflanze!“

Fotos: Margit Offer

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