Allgemein Blog Jahreszeiten

Wandern, Panorama und Hüttenfeeling in Miemings Gebirgswelt.

Schreibe einen Kommentar

Was für ein Tag! Die Sonne leuchtet von Osten auf das imposante Mieminger Gebirge und die Legenden-umrankte Hohe Munde. Zeit, eine zünftige Jause in den Rucksack zu packen, die Trinkflaschen zu füllen und die Bergschuhe zu schnüren. Wandern ist die Devise des Tages oder wie Goethe sagen würde: „Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert.“ Gut, so streng sind wir nicht und stellen Ihnen zwei schöne Sommer- und Herbsttouren am Mieminger Plateau vor. 

Wanderung auf den Simmering mit Einkehr in der Simmering-Alm.

Die meisten Berge Tirols sind höher als der knapp über 2000 Meter aufragenden Simmering, der das Mieminger Plateau gegen das Inntal hin begrenzt. Trotzdem oder gerade deswegen ist er ein toller Aussichtsgipfel und kann definitiv mit jedem Dreitausender mithalten: Von seiner sanften, völlig freien Kuppe bietet sich ein Rundblick, der wohl Schnappatmung auslösen kann.

Der Blick in die Lechtaler Alpen. Foto: Gerald Perktold

Der Blick in die Lechtaler Alpen. Foto: Gerald Perktold

Man überblickt die südlichen Felsabbrüche der Mieminger Kette – mit der herausragenden Hohen Munde – fast in ihrer vollen Länge sowie einen Teil des Karwendelgebirges, schaut bis zur Heiterwand und zu den Lechtaler Alpen mit Muttekopf, sieht einen Teil der Ötztaler Alpen, die Ausläufer der Stubaier Alpen und hat den bizarren Tschirgant direkt vor der Nase.

Die Aussicht kann sich sehen lassen: der Blick in das Inntal. Foto: Gerald Perktold

Die Aussicht kann sich sehen lassen: der Blick in das Inntal. Foto: Gerald Perktold

Das einzige Übel: der direkte Weg auf den Simmerin ist teilweise ein wenig steil, sodass die Gefahr besteht, aufzugeben bevor die alpinen Schönheiten überhaupt anfangen: die weiten Almwiesen, auf denen das streng geschützte Kohlröserl blüht.

Es gibt aber eine Möglichkeit, die Tour recht unanstrengend zu gestalten – sogar für Tiroler Begriffe. Bis zur Simmeringalmhütte auf knapp 1.800 Höhenmetern kann man mit dem kostenlosen Wanderbus fahren – auf einer Straße, die für den allgemeinen Verkehr gesperrt ist. So wird die Runde deutlich kürzer.

Das Objekt der Begierde zum rasten, jausnen und genießen: Die Simmering Alm. Foto: Gerald Perktold

Das Objekt der Begierde zum rasten, jausnen und genießen: Die Simmering Alm. Foto: Gerald Perktold

Aber nun von Anfang an: Der Anstieg (one Wanderbus-Fahrt) erfolgt auf der roten Markierung vom Parkplatz des Grünberglifts in Finsterfiecht entlang des Alpsteigs, bis zur Simmeringalm braucht man 2½ Stunden, in einer weiteren Stunde ist man auf dem Gipfel. Dann steigt man auf dem Kamm in westlicher Richtung bis zum Beginn der Haiminger Alm ab, hält sich in spitzem Winkel nach links und wandert über den Harnersteig zur Simmeringalm zurück. Gehzeit 2 Stunden ab Gipfel. Auf der Anstiegsroute geht es in etwa 1¾ Stunden ins Tal – oder man fährt mit dem Wanderbus zurück.

Die Simmeringalm ist ganzjährig geöffnet. Vom 01.04 bis 01.05 und am 02.11 bis einschließlich 26.12 jeweils nur Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertags geöffnet.

Auch Gemütlich ist Wandern – alleine, zu zweit oder mit der ganzen Familie auf die Neue Alplhütte.

Was kleines Feines für zwischendurch? Oder einfach mal mit seinen Liebsten gemütlich wandern? Dann ist die Wanderung auf die Neue Allhütte genau das richtige:  von Wildermieming aus wandert man knapp 650 Höhenmeter über den wunderschönen Ochsenbründlsteig zur urigen Almhütte (1540 hm).

Der Blick von der Niederen Munde auf das Neue Alplhaus. Foto: Gerald Perktold

Der Blick von der Niederen Munde auf das Neue Alplhaus. Foto: Gerald Perktold

Dort erwartet den hungrigen Wanderer ein besonderes Schmankerl: der Saure Alplteller bestehend aus herrlichem Graukäse, Extrawurst, Sülze und Kernöl. Zurück zum Ausgangspunkt wandert man entlang eines Forstwegs, der durch einen schönen Kieferwald führt. Besonders im Herbst eine mystische Augenweide – neben den spektakulären Ausblicken auf die Stubaier Alpen, das Karwendel und das Inntal.

Anmerkung: Einen herzlichen Dank für die tollen Fotos an Gerald Perktold, der die Berge rund um Mieming wie seine Westentasche kennt! 

Kommentar verfassen